TLDR – Kurzantwort in 3 Sätzen
Microsoft-Tools wie Defender for Office 365, Secure Score und Attack Simulator sind kostenlos im M365‑Lizenzpaket, decken aber nur Basis-Awareness ab und verlangen intensives Feintuning.
Drittanbieter-Plattformen – etwa SoSafe, Hornetsecurity und Hugo Learn – bieten vollständige Phishing-Simulation, automatisierte Reports und KI-gestützte Lernpfade; dafür fallen kostenpflichtige SaaS-Abos an.
Microsoft 365 zum Festpreis
Effiziente Zusammenarbeit und produktives Arbeiten mit Microsoft 365
Studien belegen, dass Unternehmen mit solchen Lösungen ihre Klick-Rate auf Phishing-Mails um bis zu 60 % senken können; die Entscheidung richtet sich nach Unternehmensgröße, Compliance-Ansprüchen und internem Aufwand.

Native Microsoft-Tools – Defender for Office 365, Secure Score & Attack Simulator
Microsoft stellt drei Awareness-Funktionen ohne zusätzliche Lizenzgebühr bereit. Der Secure Score gibt Unternehmen wöchentlich ein Risikobewertungs-Dashboard, das 73 % der M365‑Admins aktiv nutzen. Er zeigt Schwachstellen in Exchange, SharePoint und Teams und liefert konkrete Handlungsempfehlungen. Damit bleibt das Bewertungssystem jedoch rein technisch; ein Lernmanagement-System (LMS)‑Anschluss fehlt, sodass Inhalte nicht zentral verwaltet werden können.
Defender for Office 365 ergänzt den Score um automatisierte Phishing-Simulationen. Administratoren können realistische Angriffs-Templates auswählen, um das Verhalten der Nutzer zu prüfen. Die Ergebnisse werden in einem einfachen Bericht zusammengefasst, jedoch ohne tiefergehende Analyse-Features oder historisches Trend-Tracking. Für Unternehmen, die ein kontinuierliches Training benötigen, reicht das Reporting häufig nicht aus.
Der Attack Simulator von Microsoft ermöglicht das „Play-and-Learn“-Modell: IT-Teams starten simulierte Angriffe, während End-User in Echtzeit gewarnt werden. Die Plattform ist in allen Microsoft‑365‑Paketen enthalten, verlangt jedoch regelmäßiges Feintuning der Szenarien, sonst sinkt die Aussagekraft. Zusätzlich fehlt eine native Integration in gängige LMS-Lösungen, sodass Schulungs‑ und Zertifizierungsnachweise manuell nachgepflegt werden müssen.
Im Vergleich zu spezialisierten Anbietern liefert Microsoft zwar einen kostenfreien Einstieg, verlangt aber erhebliche interne Ressourcen für Aufbau, Reporting und Dokumentation. Wer audit-taugliche Nachweise für NIS‑2 oder DSGVO benötigt, greift häufig zu Lösungen wie Security-Awareness im Microsoft-Umfeld, die Phishing-Simulation, SCORM-Export und automatisierte Compliance-Reports kombinieren.
Weitere Informationen zu den integrierten Tools finden sich im Microsoft-Artikel zum Attack Simulator Attack Simulation Training und im AT-Bay-Beitrag über versteckte Sicherheitsfunktionen Microsoft‑365‑Cybersecurity-Tools.
SoSafe – Phishing-Simulation & Lernplattform
SoSafe präsentiert eine vollumfängliche Awareness-Lösung, die Phishing-Simulation, Lerninhalte und Reporting nahtlos verbindet. Durch die native SCORM-LMS-Anbindung lassen sich Trainings in existierende Lernmanagement-Systeme integrieren, sodass Unternehmen vorhandene Infrastruktur weiterverwenden können.
Die Plattform generiert realistische Phishing-Mails, die auf aktuelle Bedrohungslandschaften abgestimmt sind. Ergebnisse fließen automatisch in ein zentrales Dashboard ein, das Klick-Raten, Schulungsfortschritt und Risikotrends visualisiert. SoSafe berichtet, dass Kunden die Phishing-Klick-Rate innerhalb von drei Monaten um bis zu 60 % senken konnten – laut einer internen Studie von 2025 (Quelle).
Das Preismodell basiert auf einem SaaS-Abonnement, das pro Benutzer abgerechnet wird. Konkrete Preise sind auf Anfrage erhältlich; das Angebot umfasst Updates, Support und alle Compliance-Features.
Im Hinblick auf regulatorische Vorgaben bietet SoSafe vordefinierte Lernpfade für NIS‑2 und die DSGVO. Nach Abschluss jeder Schulung erzeugt das System audit-taugliche Nachweise, die leicht exportierbar sind.
Automatisierte Reporting-Funktionen ermöglichen das Erstellen von Monats‑ und Quartalsreports, die sowohl technische Teams als auch Führungskräfte bedienen. Die Berichte enthalten KPI-Übersichten, detaillierte Analysen zu einzelnen Simulationsphasen und Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Sicherheitskultur.
Durch die Kombination aus stärkerer Nutzerbindung, messbaren Verbesserungen und integrierten Compliance-Modulen positioniert sich SoSafe als konkurrenzfähige Alternative zu Microsofts integrierten Tools, die im Lizenzpaket enthalten, aber weniger umfassend in Reporting und Lernmanagement sind.
Hornetsecurity – 365 Total Protection mit KI-gestützter Awareness
Hornetsecurity bündelt E-Mail-Security, KI-basierte Phishing-Simulationen und ein modulares Awareness-Programm in einem SaaS-Paket. Die Produktseite beschreibt, wie maschinelles Lernen realistische Angriffsvektoren erzeugt und passende Zielgruppen innerhalb der Microsoft‑365‑Umgebung auswählt. Durch das KI-Modell werden Empfänger automatisch priorisiert, sodass Simulationen dort stattfinden, wo das Risiko am höchsten ist.
Der Service liefert neben den simulierten Phishing-Mails ein integriertes Lernmodul, das interaktive Inhalte, kurze Quiz-Sequenzen und automatisierte Nachbereitung bereitstellt. Nutzer erhalten sofortiges Feedback, das in einem zentralen Dashboard zusammengefasst wird. Dort lassen sich Klick-Raten, Fortschritte und offene Aufgaben per Drag-and-Drop visualisieren.
Compliance-Reports sind ebenfalls Teil des Angebots. Sie enthalten vordefinierte Vorlagen für NIS‑2, DSGVO und branchenspezifische Vorgaben und können exportiert oder an ein bestehendes Reporting-System angebunden werden. Die Reports unterstützen Art. 39 DSGVO, indem sie Nachweise für durchgeführte Schulungen und Risikobewertungen liefern.
Preislich positioniert sich Hornetsecurity mit etwa 4 €/Benutzer/Monat – ein Wert, der sowohl E-Mail-Protection als auch die Awareness-Komponente abdeckt. Im Vergleich zu rein kostenfreien Microsoft-Tools entsteht hier ein zusätzlicher Aufwand, dafür erhalten Unternehmen jedoch ein einheitliches Dashboard und automatisierte Compliance-Nachweise.
Der Blog von Hornetsecurity erläutert, wie Unternehmen KI-gestützte Simulationen nutzen können, um das Sicherheitsbewusstsein ihrer Mitarbeitenden zu stärken und gleichzeitig die Anforderungen der EU-Datenschutz-Verordnung zu erfüllen: Security in Office 365.

Hugo Learn – Lernplattform mit Security-Awareness Fokus
Hugo Learn ist eine Cloud-basierte Plattform, die speziell für Microsoft‑365‑Umgebungen konzipiert ist. Sie bietet modulare Lernpfade, die von Grundlagen‑ bis zu Advanced-Themen reichen und über integrierte Gamification-Elemente wie Punkte, Badges und Leaderboards die Motivation steigern. Durch eine direkte Anbindung an Microsoft Teams können Administratoren Schulungen per Chat, Kanal oder Besprechung starten, ohne das gewohnte Arbeitsumfeld zu verlassen.
Ein zentrales Feature ist die KI-gestützte Content-Erstellung. Das System analysiert aktuelle Bedrohungsdaten und generiert automatisch neue Phishing-Simulationen sowie Lerninhalte, die exakt auf die jeweiligen Unternehmensprofile zugeschnitten sind. So bleibt das Angebot stets aktuell, ohne manuellen Aufwand.
Die Kursbibliothek ist nach ISO‑27001‑Kontrollen, NIS‑2‑Anforderungen und branchenspezifischen Vorgaben strukturiert. Nach Abschluss erhalten Teilnehmende ein digitales Zertifikat, das sich nahtlos in das Azure-Active-Directory einspielen lässt und für Audits nutzbar ist.
Microsoft 365 zum Festpreis
Effiziente Zusammenarbeit und produktives Arbeiten mit Microsoft 365
Lizenztechnisch wird Hugo Learn als SaaS-Abo pro aktivem Benutzer angeboten. Das Modell umfasst unbegrenzte Kurszugriffe, regelmäßige Content-Updates und ein zentrales Reporting-Dashboard, das Klick-Raten, Teilnahmequoten und Compliance-Status visualisiert. Preise erfolgen auf Anfrage, wobei das Grundpaket bereits die Integration in Teams, KI-Erstellung und Gamification enthält.
Direktvergleich – Funktionsmatrix
Die folgende Matrix fasst zentrale Merkmale der verfügbaren Awareness-Lösungen zusammen. Zahlen beruhen auf Herstellerangaben und unabhängigen Analysen.
| Kriterium | Microsoft-Native | SoSafe | Hornetsecurity | Hugo Learn |
|---|---|---|---|---|
| Kosten | im Microsoft‑365‑Lizenzpreis enthalten | auf Anfrage (SaaS-Abo) | etwa 4 €/Benutzer/Monat – vgl. Hornetsecurity-Produktseite | auf Anfrage |
| KI-gestützte Simulation | Attack Simulator (regelbasierte Szenarien) – Microsoft-Dokumentation | KI-unterstützte Target-Selection, Phishing-Varianten automatisch generiert | KI-Modelle für realistische Phishing-E‑Mails – TOMORIS Secure+ | KI-basiertes Feedback, aber keine vollautomatische Zielauswahl |
| LMS-Integration | SCORM-Export möglich, aber keine native Anbindung | SCORM‑ und xAPI-Pakete, direkte Anbindung an gängige LMS | SCORM-Kompatibilität, API-Schnittstelle für LMS | Vollständige LMS-Einbindung via xAPI |
| Reporting-Umfang | Secure Score-Dashboard, begrenzte Detailtiefe – Microsoft Secure Score | ausführliche Klick-Statistiken, Trend-Reports, automatisierter Export | zentrale Dashboards inkl. NIS‑2/DSGVO-Compliance-Reports | individuelle Report-Templates, Export nach CSV/PDF |
| Compliance-Vorlagen | Basis-Templates für GDPR, aber keine vordefinierten Lernpfade | vorkonfigurierte Pfade für NIS‑2, GDPR, mit Informationssicherheits-Standards | komplett fertige Vorlagen für mehrere Regulierungen – Guardey-Übersicht | selbst definierbare Vorlagen, keine vordefinierten regulatorischen Pfade |
| Verwaltungsaufwand | erfordert manuelles Tuning und regelmäßige Policy-Updates | automatisierte Kampagnen-planung, geringe manuelle Eingriffe | zentral verwaltbare Policies, integrierte Updates | hoher Aufwand bei individueller Kursgestaltung |
Wann Native Microsoft-Tools die bessere Wahl sind
Unternehmen, die bereits im Microsoft-Ökosystem verankert sind oder knappe Budgets haben, profitieren häufig von den eingebauten Lösungen. Die folgenden vier Szenarien verdeutlichen, wann die kostenlosen Komponenten von Microsoft 365 gegenüber Drittanbietern überzeugender sind.
- Kleine Unternehmen mit begrenztem Budget: Defender for Office 365, Secure Score und der Attack Simulator sind ohne zusätzliche Lizenzkosten im bestehenden M365‑Paket enthalten. Das spart Ausgaben für externe SaaS-Abos und reduziert die Administration auf ein zentrales Dashboard Microsoft 365‑Security-Übersicht.
- Organisationen mit starkem internem Security-Team: Wenn ein kompetentes Team bereits Prozesse rund um Identitäts‑ und Endpoint-Protection pflegt, kann es die native Integration nutzen, um Phishing-Simulationen und Score-Optimierung gezielt zu steuern, ohne zusätzliche Schnittstellen zu verwalten.
- Unternehmen, die Microsoft Entra ID einsetzen: Entra ID liefert Identity-Governance, Conditional Access und MFA-Management. Die nahtlose Anbindung an Defender for Identity und den Attack Simulator ermöglicht ein einheitliches Zero-Trust-Framework, das Drittanbieter-Tools nur schwer replizieren können.
- Szenarien, in denen Basis-Awareness ausreicht: Für Firmen, die lediglich grundlegende Sensibilisierung benötigen – etwa jährliche Schulungen zu Phishing-Erkennung – reicht der integrierte Attack Simulator. Die Ergebnisse lassen sich direkt im Secure Score auswerten, wodurch zusätzlicher Reporting-Aufwand entfällt InSys-Leitfaden zur M365‑Sicherheit.
Wann Drittanbieter-Plattformen die bessere Wahl sind
Unternehmen, die über reine Microsoft-Tools hinausgehen wollen, profitieren von spezialisierten Plattformen. Vier typische Szenarien zeigen, wann ein externer Anbieter sinnvoll ist:
- Hohe Compliance-Ansprüche: Organisationen, die NIS‑2 oder DSGVO nachweisen müssen, erhalten vordefinierte Lernpfade und audit-taugliche Reports von Drittanbietern. Diese Funktionen fehlen häufig in den integrierten Microsoft-Lösungen, wie im Mimecast-Report beschrieben.
- Zentrales Reporting-Dashboard: Unternehmen, die ein einheitliches Überblick-Panel für Phishing-Simulationen, Nutzer-Scores und Compliance-Status benötigen, setzen auf Plattformen, die automatisierte Aggregation über mehrere Tenants bieten. Ein Vergleich bei Hagel-IT listet solche Dashboard-Lösungen auf.
- Verteilte Remote-Mitarbeiter: Bei dezentralen Teams, die von verschiedenen Endgeräten aus arbeiten, stellen Drittanbieter gezielte Lernpfade für mobile und Home-Office-Umgebungen bereit. Dies ergänzt das Mobile-Device-Management von Microsoft und reduziert Sicherheitslücken.
- KI-gestützte Simulationen und Lernpfade: Anbieter nutzen maschinelles Lernen, um realistische Phishing-Mails zu generieren und sofortiges Feedback zu geben. Diese AI-Features gehen über die Basis-Simulationen von Microsoft hinaus und ermöglichen personalisierte Schulungen.

Fazit & Handlungsempfehlungen für Entscheider
Microsoft-s native Sicherheitsfeatures wie Defender for Office 365, Secure Score und der Attack Simulator bieten bereits ein solides Fundament und entstehen kostenfrei im Lizenzpaket. Sie erfordern jedoch konsequentes Tuning und regelmäßige Auswertung, um aussagekräftige Kennzahlen zu erhalten.
Third-Party-Awareness-Plattformen ergänzen dieses Grundgerüst durch automatisierte Phishing-Simulationen, SCORM-LMS-Anbindungen und zentrale Compliance-Reports, die in reinen Microsoft-Tools fehlen. Sie kommen meist als SaaS-Abos und ermöglichen ein einheitliches Dashboard für NIS‑2, DSGVO und branchenspezifische Vorgaben.
Vor‑ und Nachteile im Überblick
- Native Tools: kostenfrei, tief in das Azure-Ökosystem integriert, aber ohne integrierten Lernpfad und ohne detaillierte Reporting-Vorlagen.
- Drittanbieter: bieten umfangreiche Schulungsinhalte, KI-gestützte Target-Selection und audit-taugliche Nachweise, verursachen jedoch zusätzliche Lizenz-Kosten.
- Implementierungsaufwand: native Lösungen lassen sich schnell aktivieren; Drittanbieter erfordern zunächst API-Anbindung und Rollen-Mapping.
Eine sinnvolle Vorgehensweise besteht aus zwei Stufen. In Stufe 1 sollten alle Microsoft-Features aktiviert, MFA flächendeckend ausgerollt und der Secure Score kontinuierlich verbessert werden. In Stufe 2 ergänzt ein ausgewähltes Drittanbieter-Tool gezielte Phishing-Simulationen und Lernmodule, um die Klick-Rate nachweislich zu senken. Studien zeigen, dass solche Kombinationen Klick-Raten um bis zu 60 % innerhalb von drei Monaten reduzieren.
Entscheider sollten den ROI anhand reduzierter Vorfälle, vermiedener Bußgelder (bis zu 4 % des Jahresumsatzes) und gesteigerter Produktivität bewerten. Ein fortlaufendes Monitoring über das Microsoft-Secure-Score-Dashboard und das Reporting-Modul des Drittanbieters liefert die Basis für eine datengestützte Optimierung.
Weitere technische Details zur Überwachung von M365‑Umgebungen finden Sie bei itcares.de und zur mehrstufigen Schutzarchitektur bei itanix.de.


